Artikel-Schlagworte: „Dior“
Raf Simmons tritt Galliano Nachfolge an

© Luftbildfotograf - Fotolia.com
Dior kriegt einen neuen Kopf! Der alte wurde abgeschlagen, als sich John Galliano zu rassistischen Äußerungen hinreissen lies. Neuer Chefdesigner wird nun also der Modemacher Raf Simons. Bis vor kurzem war er noch Kreativdirektor bei Jil Sander. Bekannt ist er vor allem für sein Talent, einfachen Entwürfen etwas Besonderes zu geben. Jetzt soll er auch bei dem luxuriösen Label Dior seine Marke hinterlassen. Der 44-Jährige übernimmt die Verantwortung für die Haute-Couture- und Prêt-à-Porter-Kollektionen sowie für Damen-Accessoires. Raf Simons zeigte sich über die Entscheidung und seine neue Aufgabe sehr begeistert und optimistisch.
Der New York Times sagte er, er fühle sich fantastisch. Für Dior zu arbeiten, sei eine riesige Herausforderung, aber auch ein Traum, der wahr wird. Für ihn steht die Marke für absolute Eleganz. Und auch bei Dior ist man optimistisch. Seitens seines neuen Arbeitgebers wurde Simons ausgiebig gelobt. Es werden große Erwartungen an den belgischen Designer gestellt. Er soll den Stil von Dior im 21. Jahrhundert nach vorne bringen und prägen. Darüber hinaus freuen sich wohl auch alle, dass endlich mal ein greifbarer Chefdesigner bei Dior Einzug hält. Denn im Gegensatz zu dem ego- und exzentrischen Galliano gilt Simons beruflich sowie privat als zurückhaltend und bodenständig.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass Simons den Erwartungen, die an ihn gestellt werden, auch gerecht wird – oder sie im Idealfall noch übertrifft. Es bleibt also spannend, wie sich Dior in den nächsten Jahren wandeln wird. Die Modewelt ist gespannt auf die ersten Kollektionen des Sympathieträgers. Im Juli wird seine erste Kollektion in Paris über den Laufsteg getragen werden.
Die Pariser Modewoche im Überblick

© gilles lougassi - Fotolia.com
Paris gehört zu den Modemetroploen der Welt und ist mit seinen Modeschauen ganz vorn mit dabei wenn es darum geht neue Trends zu setzen. Die diesjährigen Schauen waren zunächst einmal Schauplatz der Gerüchteküche, so fragte man sich unter anderem ob Raf Simmons, nachdem er nicht mehr für Jil Sander arbeitet, der neue Chefdeisgner bei Dior werden würde. Spekuliert wurde viel, aber Mode wurde noch viel mehr gezeigt.
Galliano bestach vor allem durch klare Linien in Kombination mit Taillenbetonung, Plissierungen oder Schößchen bei seinen Jacken. Weite wadenlange Röcke und Oberteile ohne Kragen. ließen seine Modelle einerseits zart aber andererseits nicht zun mädchenhaft wirken. Die Farbauswahl war groß. Sanfte Töne wie Beige, Altrosé oder Pfirsich wechselten sich ab mit Brauntönen, kräftigem Pink oder Petrol.
Auffallen war auch die neue Kollektion von Anne-Valérie Hash. Sie zeigte eine neue Art von Smoking, welcher ziemlich lässig mit heruntergezogenen Schultern und schrägem Saum sehr interessant wirkte. Der Saum schräg, die Hose figurnah, dazu mal eine kurze oder eine lange Manteljacke, wirkte das Ensemble sehr feminin und wurde teilweise auch mit transparenten Blusen kombiniert. Die Farben konstrastreich eingesetzt von Marine und Violett über Wassergrün zu Balugrau. Auch die Auswahl der Stoffe überzegte und bildete schöne Konstraste.
Auch Nicolas Ghesquière widmete sich in seiner Schau für Balenciaga einem segr toughen und kraftvollen Frauenbild. Sein Entwürfe orientieretn sich an der Arbeitswelt und zeigt Schuhe, Aktenmappen und graue Wollmäntel. Auch teilweise transparente knielange Kleider, Kostüme mit kastigen Jacken und locker geschnittene Hosen, gehörten zum Portfolio.Form- und Farbwahl ließen die Kollektion auf keien fall langweilig wirken. High-Tech-materialien und Schlangen-Drucke paarten sich mit knalligem Balu und Neongelb.
Sicher wird uns das ein oder andere Detail auch in den Kollektionen der Modehäuser “normaler” Preisklassen begegnen. Nicht umsonst ist Paris eine der wichtigsten Modemetroplen.
Eindrücke von der Pariser Prêt-à-Porter-Schau
Die Eröffnung und Präsentation der Frühlings- und Sommerkollektionen in den vergangenen Wochen stand ganz im Glanze der 50er Jahre. Das haben sich zumindest die Designer und Modemacher zum Motto gemacht. So auch in Paris, was mit seinen berühmten Prêt-à-Porter-Schauen wieder einmal Begeisterung entlockte.
Und so liefen Karl Lagerfelds Model unter Wasser für die Chancel Sommer 2012-Schau. In der Unterwasserwelt fanden sich allerdings keine Korallenriffe wieder, sondern es war auch dort alles weiß gehaucht – sehr beeindruckend, wie Lagerfeld nun einmal ist. Und so wirken Chanels Kleider an deren Kundinnen wie Göttin von Atlantis.
Andere Designer setzten auf 50er-Jahre-Kollektionen und so gab es neben Unterwasser-Göttinnen auch Models, die sehr an Hollywood-Größen erinnerten. So auch die Models von Dior, dessen Präsentation ohne Galliano stattfand, dafür aber mit seinem Übergangsnachfolger Bill Gayten. Viele andere Designer setzten auf Kleider, manchmal kurz, sehr oft aber auch lang. Die vielen Klamotten waren oft auch bunt und mit Blumen bestückt.
Viktor & Rolf überzeugte mit ihren Zuckerkleidern. Die in weiß und rosé gehalten sind und viel von Rüschen und Spitzen geprägt sind. Und so war jede Vorstellung einer Kollektion für sich selber immer wieder ein Highlight. Anmoderiert wurde jedes Model mit einer Anekdote aus ihrem Leben und ihrem Lieblingsgericht – neben ihren Namen natürlich. Das erinnerte sehr stark an den Glanz der 50er-Jahre, weil man so besonders auf die Kleidung achtete.
Und nun dürfen sich vor allem die Frauen dieser Welt auf die Mode im kommenden Jahr freuen. Beeindruckende Bilder aus Paris haben jedenfalls ihren Auftrag erfüllt und erste Eindrücke auf die kommende Mode-Saison geliefert. Ganz im Sinne der 50er-Jahre und des Sommers und Frühling, der mit seinen warmen Temperaturen reizt – wenn er nicht so wird, wie der längst vergessene.
Haute Couture
Spätestens seit „Germanys Next Topmodel“ unter der Leitung von Heidi Klum fühlt sich jeder Zuschauer als absoluter Modeexperte und wirft mit Begriffen wie „editorial posing“ oder auch „Haute Couture“ um sich. Doch wissen die Leute wirklich, wovon sie reden?
Gerade der Begriff „Haute Couture“ ist ein ziemlich kompliziertes Fremdwort, es ist zu bezweifeln, dass er richtig verwendet wird – von der richtigen Schreibweise ganz abgesehen.
Also, worum handelt es sich denn nun bei dem französischen Zungenbrecher?
Haute Couture ist die Übersetzung zu „gehobene Schneiderei“. Es bezeichnet von Hand gefertigte, aus edlen Materialien hergestellte Mode-Kreationen, die aus den Häusern etablierter Modefirmen stammen und in der oberen Preisliga spielen.
Es gibt strikte Vorschriften, wer sich als Schöpfer von Haute Couture bezeichnen darf und wer nicht. Der Pariser Modeverband Chambre Syndicale de la Haute Couture berechtigt wenige Modefirmen, ihre aufwendigen Kreationen unter dem Titel Haute Couture verkaufen zu dürfen. Diese Erlaubnis ist mit der Einhaltung strikter Kriterien verbunden.
Ein kleiner Exkurs in die Geschichte der Haute Couture kann natürlich auch nicht schaden: als Begründer gilt der Engländer Charles Frederick Worth, welcher der Gründer des ersten großen Modehauses in Paris war. Dies geschah im Jahre 1857/58. Er präsentierte dort exklusive und natürlich teure Modelle, welche erstmals an Models präsentiert wurden. Zu seinem Kundenkreis zählte niemand geringeres als Kaiserin Elisabeth von Österreich.
Die Arbeiten von C.F. Worth inspirierten viele nachfolgende Modeschöpfer, unter anderem Coco Chanel, Yves Saint Laurent oder auch Christian Dior. Noch heute gibt es Designer, die sich an seinem Wirken orientieren.
Zwei Mal im Jahr finden in Paris Haute Couture Modenschauen statt, an deren Kollektionen sich die gesamte Modebranche orientiert. Jedoch ist es eigentlich so, dass die exklusiven Modelle nur noch als „Werbung“ für weniger teure Artikel der Modelinie darstellen. Denn wer kann sich schon Kleider zum Preis von Tausenden von Euros leisten?
Sicher nicht viele…