Fernsehserien als Vorbild für die Mode
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Oft fragt man sich, woher die Designer ihre Ideen zu ihren Kollektionen nehmen. Eine Inspirationsquelle ist nun gelüftet: das Fernsehen. Das klingt schnöde, entspricht aber der Wahrheit. Immer öfter richtet sich die Mode nach dem Fernsehen. Die Besucher staunten bei der im März stattfindenden Luis-Vuitton-Schau nicht schlecht, als erst eine alte Lok und dann ein Haufen Belle-Epoque-Damen den Laufsteg erobern. Die nostalgische Aufmachung sorgte für allerhand Verwirrung. Wer sich jedoch einige Wochen zuvor die Präsentation von Ralph Lauren angesehen hatte, der konnte sich ein ungefähres Bild machen. In der Schau von Lauren wurden die Trends für den kommenden Winter vorgestellt. Vorab kündigte er an, seine Schau unter das Zeichen der britischen Fernsehserie „Downton Abbey“ zu stellen. Diese spielt im Jahr 1912 und katapultiert uns modisch 100 Jahre zurück und das alles nur wegen einer Flimmerkiste.
Doch nicht nur bei Lauren sieht man die medialen Vorbilder, auch Top-Designer wie Miuccia Prada lassen sich von dem Fernsehen inspirieren. So hob Prada die Sixties zurück auf den Laufsteg gerade, als die US-amerikanische Serie “Mad Men” Kultstatus erreichte. Banana Republic brachte gleich eine ganze „Mad Men“ -Kollektion heraus.
Wie es aussieht, scheint sich das Verhältnis von Mode und Film umzukehren. Schon immer hatten beide ein sehr enges Verhältnis und brauchten einander zum Überleben, jedoch befruchtete bisher die Mode den Film und nicht anders herum. In der Regel wurden Trends gesetzt durch die verwendete Mode in den Fernsehproduktionen. Namhafte Designer sind oft die Ausstatter von bekannten Serien, so erinnern sich wohl alle noch an die noblen Accessoires der „Sex And The City“ -Protagonistinnen. Aber wie es scheint, verändert sich dieses Bild allmählich. Mittlerweile befruchtet offenbar der Film die Modewelt, wie sich am Beispiel von Ralph Lauren und Miuccia Prada sehen lässt.